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16.08.2018

Regionaltangente West soll verlängert werden

Chefplaner Amann treibt den einst gestoppten Ausbau der RTW zum Nordwestzentrum voran.

Die Regionaltangente West (RTW) soll nicht dauerhaft an der geplanten Endstation Gewerbegebiet Praunheim halten, sondern bis zum Nordwestzentrum fahren. Das sagte Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, bei einem Erörterungstermin im Saalbau Sossenheim. Erörtert wurde der Bauabschnitt Nord von Praunheim beziehungsweise Bad Homburg nach Sossenheim.

„Es ist immer das Ziel gewesen – und wir haben es auch immer noch vor – die RTW bis zum Nordwestzentrum fahren zu lassen“, sagte er. Der Haltepunkt Gewerbegebiet Praunheim sei „ein temporärer Endhaltepunkt“; die geplante Abstell- und Wendeanlage für die Zweisystemzüge, die auf Gleisen der Deutschen Bahn und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) fahren können, seien ebenfalls temporär.

Amann greift alte RTW-Pläne wieder auf

Damit greift Amann einst verworfene Pläne wieder auf. 2013 hatte der damalige Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) entschieden, die RTW nicht über das Gewerbegebiet Praunheim und Niederursel zum Nordwestzentrum fahren zu lassen. Die Untertunnelung der Europäischen Schule am Praunheimer Weg wäre zu teuer gewesen; außerdem würden am Einkaufszentrum vergleichsweise wenige Menschen in die RTW steigen, hieß es damals.

Die Verknüpfung der RTW mit dem Nordwestzentrum sei auch jetzt kein Teil der Planfeststellung mit den vier Abschnitten, sagte Amann. Zur Trassenführung ins Nordwestzentrum sagte er: „Wir sind in der abschließenden Untersuchung der Varianten.“

Amann hatte bei früheren Aufgaben den Bau der Nordwestlandebahn am Frankfurter Flughafen und die ICE-Strecke von Frankfurt nach Köln verantwortet. Nun musste der RTW-Chefplaner erklären, warum die RTW auf zwei 300 Meter langen Gleisen von der Station Gewerbegebiet Praunheim zur zentralen U-Bahn-Werkstatt der VGF in der Heerstraße fahren soll. Laut Amann könnten dort im Bedarfsfall Züge abgestellt werden oder zur Reparatur in die Werkstatt fahren. „Wir müssen davon ausgehen, dass es irgendwann einen regulären Linienbetrieb geben wird“, sagte indes Christine von Knebel vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit Verweis auf die nun offensichtlich geplante Trasse zum Nordwestzentrum.

Während Ämter und Behörden am Dienstag Fragen des Wasser- und Fledermausschutzes mit den RTW-Verantwortlichen diskutierten, sind am Mittwoch die Bedenken der Landwirte im Abschnitt Nord an der Reihe. Die RTW ist insgesamt 47 Kilometer lang; zwei Linien sollen jeweils im Halbstundentakt fahren.

Die Kosten bezifferte Amann auf 450 Millionen Euro. Hinzu kämen 100 bis 150 Millionen Euro für die Fahrzeuge. Die ersten Bahnen könnten 2023/2024 fahren.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 15.08.2018. Von Florian Leclerc

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