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20.01.2019

Wasserwerk für neuen Stadtteil problematisch?

Die Pläne für den neuen Stadtteil in Frankfurt an der A5 gefährden das Praunheimer Wasserwerk. Der Betreiber möchte dort eigentlich ein Wasserschutzgebiet einrichten. Da darf man aber nicht bauen.

Die Hessenwasser GmbH möchte das Einzugsgebiet des Praunheimer Wasserwerks als Schutzgebiet ausweisen lassen. Das würde sich allerdings bis in den potentiellen neuen Stadtteil an der A5 erstrecken. Auch die Trinkwasserförderanlagen und das Wasserwerk Praunheim sind mit den Bauplänen nicht gut vereinbar. Denn in einer Wasserschutzzone gelte in der Regel ein Bauverbot, betont Ralf Porsche von der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 8.

Eine neuralgische Situation: Einerseits wolle die Stadt die Frankfurter Trinkwassergewinnung langfristig sichern, andererseits soll der neue Stadtteil beidseits der A5 durchgesetzt werden, moniert Erik Harbach (Grüne). Auch die Pläne für die Regionaltangente West (RTW) und das Gewerbegebiet Heerstraße stünden dem Wasserschutzgebiet entgegen. „Das führt zur Frage, wie die Zukunft des Wasserwerks Praunheim gesichert werden kann.“

Für den Erhalt des Werks spricht sich auch Anlagebetreiber Hessenwasser aus. „Es ist für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Frankfurt maßgeblich“, sagt Pressesprecher Hubert Schreiber. Je nach Versorgungssituation stelle es zwischen zwei und fünf Prozent des Trinkwassers in Frankfurt bereit. Rund 46 Millionen Kubikmeter waren das 2017 insgesamt.

„Als Hochpunkt erfüllt das Praunheimer Werk auch die Aufgabe, den erforderlichen Netzdruck sicherzustellen, der unter anderem für die Versorgung von Heddernheim und Niederursel erforderlich ist“, erklärt Schreiber. In trockenen Zeiten stützt es die Versorgung über das gesamte Stadtnetz, unterstreicht Schreiber. Das Werk müsse langfristig gesichert werden, zumal die Stadt ja auch wachse, was den Betrieb unverzichtbar mache.

Das Ziel, das Einzugsgebiet der Praunheimer Gewinnungsanlagen als Trinkwasserschutzgebiet auszuweisen, will Hessenwasser weiter verfolgen. Allerdings obliegt der Beschluss der Oberen Wasserbehörde in Darmstadt. In Abstimmung mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie werden zurzeit alle für die Unterlagen erforderlichen Gutachten und Pläne erstellt.

Den Ortsbeirat besorgen zudem die Schadstoffe im Grundwasser. „Sie haben zu einer erheblichen Beschränkung für das Werk geführt“, sagt Erik Harbach. Hessenwasser bestätigt das. „Uns sind Belastungen durch den Einfluss der Landwirtschaft – Nitrate oder Pflanzenschutzmittel – bekannt“, sagt Schreiber. Auch seien durch einen Schadensfall eines ehemals ansässigen Gewerbebetriebs organische Lösungsmittel in das Grundwasser geflossen. Auch eine Belastung durch Entkrautungsmittel sei festgestellt worden.

Insbesondere die nördlichen Brunnen, aus denen in Praunheim Grundwasser gefördert wird, seien betroffen, so Schneider. Das Wasser werde hier über Aktivkohlefilter aufbereitet. Für das Wasser aus den südlichen Brunnen „liegen die Konzentrationen unterhalb des Grenzwerts der Verordnung.“ Das gesamte Wasser aus dem Praunheimer Werk wird vor der Abgabe an den Verbraucher mit Trinkwasser aus den Gewinnungsanlagen der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) gemischt.

Das System werde zwar kontinuierlich optimiert und weiter entwickelt, „die Nutzung örtlicher und regionaler Wasservorkommen im Sinne der gesetzlich geforderten Ortsnähe soll dabei aber erhalten bleiben“, sagt Schreiber. Es gebe „zurzeit auch gar keine Alternative“.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 19.01.2019. Von Laura Franz

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