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07.07.2014

Praunheim: Suche nach der Mitte

Voraussichtliche Ende 2015 steht der Umzug der Praunheimer Werkstätten in den geplanten Neubau in der Christa-Maar-Straße an. Wie danach die Nutzung des derzeitigen Domizils auf dem Grundstück Alt-Praunheim 2 aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Dafür aber Ideen der Stadtteilbewohner.

Es regnet, doch davon lässt sich auf dem Sommerfest der Praunheimer Werkstätten (PW) niemand die Stimmung vermiesen. Auf der Bühne spielt gerade die Band „Fullstop“ den Song „Ironic“ der amerikanischen Sängerin Alanis Morissette und lockt die Besucher zum Tanzen. Die Veranstaltung auf dem Gelände der PW in Alt-Praunheim 2 ist gut besucht. Mit dem Fest, das seit vielen Jahren regelmäßig gefeiert wird, sollen Möglichkeiten zur Begegnung geschaffen werden. Es wird für Mitarbeiter der Einrichtung, für deren Angehörige und Menschen aus dem Stadtteil organisiert.

190 Behinderte

In den Werkstätten im Stadtteil sind derzeit 190 Menschen mit einer geistigen Behinderung tätig. Hier wird zum Beispiel Holzspielzeug hergestellt. Außerdem gibt es unter anderem eine Garten-, eine Konfektionierungs- und Montagegruppe. Weitere Standorte der PW sind in Höchst und Fechenheim. Die Anfänge gehen zurück auf das Jahr 1928. Seit 1983 sind die PW eine gemeinnützige GmbH. Diese ist heute der größte Arbeitgeber für Menschen mit geistiger Behinderung in Frankfurt und gehören zu dem bundesweiten Betreuungsangebot „Werkstätten für behinderte Menschen“ (WfbM).

Ob das Sommerfest der PW in Praunheim im nächsten Jahr noch einmal am alten Standort stattfindet – das steht noch nicht fest. Voraussichtlich Ende 2015 wird die Einrichtung in die derzeit noch im Bau befindlichen geplanten neuen Werkstätten in der Christa-Maar-Straße umziehen. 21 Millionen Euro kostet der Neubau und wird aus Mitteln des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, des hessischen Sozialministeriums, Eigenmitteln und Spenden finanziert (wir berichteten).

Derzeit haben die PW Räume in Alt-Praunheim 2 gemietet. Eigentümerin des Grundstücks samt Gebäude ist die Frankfurter Waisenhaus-Stiftung. Wie sich die Nutzung des Hauses, das unter Denkmalschutz steht, nach dem Umzug der PW gestalten wird, ist nach bisherigem Stand noch nicht bekannt. Trotzdem machen sich die Praunheimer Gedanken darum (siehe Umfrage). Eine Idee hat der Verein KunstWerk Praunheim formuliert – nämlich das Gebäude für kulturelle Zwecke zu nutzen und darin Raum für Kunst und Künstler zu schaffen.

Diskussion geht weiter

Es gibt bisher keinen zentralen Ort im Stadtteil als Treffpunkt“, sagt Wolfgang Rhein, Geschäftsführer der Praunheimer Werkstätten. Ideen zur möglichen Nutzung der aktuellen Räume der PW würden schon seit langem im Stadtteil kursieren wie etwa das Thema „Wohnbebauung“. Der Wunsch vieler Menschen gehe dahin, die Räume auf jeden Fall wiederzubeleben. Das ist auch ein Ergebnis der Planungswerkstatt, in der verschiedene Themen besprochen wurden, beispielsweise die Schaffung eines Stadtteil-Zentrums. Wie die künftige Nutzung aussehen wird, entscheidet jedoch letztlich die Eigentümerin.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 07.07.2014. Von Alexandra Flieth

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