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01.12.2014

Kleines Jugendhaus aus Lebkuchen

Geschick ist gefordert, eine falsche Bewegung, und das Lebkuchenhäuschen fällt zusammen wie ein Kartenhaus. Weil das die Kids des Jugendclubs Praunheim keinesfalls wollen, beweisen sie sich als besonders vorsichtige und sanfte Lebkuchenbauer.

Diese Geduld hat sich gelohnt, innerhalb von drei Stunden haben die Jugendlichen gestern Nachmittag so ein Lebkuchenhaus in Größe eines Umzugskartons entstehen lassen. Unter dem Motto „Der Jugendclub Praunheim baut sich ein neues Haus“ wollten sie so einmal mehr auf die prekäre Situation der Jugend-Einrichtung im Stadtteil hinweisen. Denn bislang ist immer noch nicht geklärt, wie lange Leiter Johannes Löschner, sein dreiköpfiges Team und die rund 30 Jugendlichen noch in ihrem kleinen Häuschen in der Graebestraße bleiben können.

Ihr liebgewonnenes Zuhause verlassen muss die Einrichtung, weil das Grundstück der Gemeinde, auf dem das Club-Haus steht, zur Verwertung an den Evangelischen Regionalverband freigegeben wurde, um so den dringend nötigen, 1,5 Millionen Euro teuren Bau des Gemeindehauses finanzieren zu können. Wann der Club ohne Dach über dem Kopf dasteht, ist noch nicht endgültig geklärt. Frühestens im Juni, spätestens aber wohl Ende kommenden Jahres muss der Jugendclub raus sein aus dem kleinen Hinterhaus. Rund 25 000 Euro pro Jahr sind es, die der Gemeinde für das Fortführen des Clubs fehlen, eine Fundraising-Aktion blieb bisher unter den Erwartungen.

Aufgeben kommt für die Praunheimer trotzdem nicht in Frage – nicht für die Jugendlichen und auch nicht für den Kirchenvorstand der Auferstehungsgemeinde. Auch dort sucht man händeringend nach einer Lösung – nach einer Möglichkeit der Finanzierung und nach einem neuen Haus.

Das sollte dann allerdings etwas haltbarer sein, als das gestern mit Zuckerguss zusammengezimmerte Lebkuchenhaus – das wurde nämlich zum Abschluss gemeinsam aufgefuttert.
(jdi)




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