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02.02.2015

Auf den Spuren des Bibers

Gefällte Bäume sowie abgenagte Äste und Stöckchen – die Zeichen sind eindeutig: am Praunheimer Nidda-Altarm hat sich ein Biber niedergelassen. Mit seinen Artgenossen in Bonames und Berkersheim zählt man in Frankfurt damit drei Reviere. Zumindest dann, wenn der Biber auch dauerhaft in Praunheim sesshaft wird.

Praunheim. Gekonnt schlägt sich Manfred Sattler durchs Gebüsch. Störende Äste werden zur Seite geschoben, seine olivfarbenen Gummistiefel bieten ihm auf dem nassen weichen Boden festen Halt. Zielsicher steuert Sattler eine mächtige Weide am Ufer des Nidda-Altarms an. Die ragt jedoch nicht stattlich in den Himmel, sondern liegt kläglich auf dem Boden. Ihre Äste berühren die spiegelglatte Wasseroberfläche der Nidda.

„Hier hat der Praunheimer Biber wirklich ganze Arbeit geleistet“, sagt Sattler und zeigt auf den fein säuberlich abgenagten Baumstumpf. Im Holz sieht man die Spuren der zwei großen Nagezähne des Bibers, ebenso wie auf den orangefarbenen Holzspänen, die um den Baum verteilt auf dem Boden liegen. Seit einigen Wochen, da ist sich der Biberpate sicher, streift das Nagetier bereits durch das Unterholz des Nidda-Altarms. „Die Spuren sind eindeutig, jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob sich der Biber auch dauerhaft niederlässt. Lebt er nach zwei Jahren immer noch hier, sprechen wir von einem neuen Biber-Revier“, erklärt Sattler, der in Hessen insgesamt zehn solcher Reviere betreut. Zwei davon zählt er in Frankfurt – am Alten Flugplatz in Bonames sowie im Berkersheimer Bogen.

Zusammen mit dem Praunheimer Nager sind es also derzeit drei Biber, die sich in Frankfurt pudelwohl fühlen. Mindestens. Denn ob in einem der drei Gebiete nicht vielleicht sogar gleich zwei Biber leben, das kann Manfred Sattler nicht ausschließen. „Anhand der Menge der Fraßspuren kann man grob abschätzen, ob es ein oder zwei Tiere sind. So gehen wir in Praunheim von einem Biber aus. Wirklich wissen können wir es aber erst, wenn wir das Tier oder eben die Tiere sehen“, erklärt der Biber-Experte.



Aktiv in der Nacht eimers. Denn Biber sind nachtaktiv, am Tag verstecken sie sich in einer selbstgebauten Röhre, die nur über das Wasser zugänglich ist. „Während wir hier oben stehen und dem Biber auf der Spur sind, schlummert er also friedlich“, sagt Sattler. Um ihn zu erwischen, brauche man nicht nur eine sehr gute Kamera, sondern zudem jede Menge Geduld und ganz viel Glück. Ansonsten ist man eben auf die typischen Spuren wie angenagte und gefällte Bäume angewiesen. Auch typisch sind die sogenannten Biberrutschen am Ufer. Glatte Flächen, die die Biber zum Ein- und Ausstieg aus dem Wasser nutzen.

Laut aktuellem Biberbericht leben derzeit in Hessen 337 Biber, verteilt auf 99 Reviere. Erschreckend sind diese Zahlen, wenn man bedenkt, das früher in Europa rund zehn Millionen Biber lebten. Doch der Mensch rottete die Nagetiere bis auf 2000 Exemplare aus – wegen des Pelzes und des Fleisches. Mittlerweile ist der Biber streng geschützt, das ist europaweit in einer EU-Richtlinie festgehalten. Mit 18 Tieren im Spessart Ende der 1980er Jahre wurde die Art wieder in Deutschland angesiedelt, in Bayern leben mittlerweile wieder rund 14 000 Tiere. „Die Entwicklungen sind rundum positiv, auch mit den Ergebnissen in Frankfurt sind wir zufrieden“, sagt Sattler.

Dass sich der Biber in der Nidda so wohlfühlt, sei der Renaturierung in den vergangenen Jahren zu verdanken. Dort findet der Bieber, der sich am Tag von rund zwei Kilogramm Feldfrüchten, Kräutern und Gras ernährt, am Ufer alles, was er zum Leben braucht. Dabei ist er wählerische – auch der Praunheimer Pelzträger. Die Esche hat er nur kurz angenagt, beim Feldahorn scheint ihm nur die Wurzel geschmeckt zu haben. Dafür hat die Traubenkirsche wohl gänzlich seinen Geschmack getroffen – der Stamm ist fast ganz durchgenagt. Und auch am Haselnussbaum hat er die Rinde abgenagt. Gespeist wird im Wasser.

„Ist er gut drauf, dann schafft ein Biber problemlos einen Weide mit einem Durchmesser von 1,50 Meter zu fällen“, berichtet Sattler. Das, was er nicht verspeist, verwendet er als Material für seine Biberburgen und Dämme. Wobei der Nager Letzteres nur dann anlegt, wenn ein Fluss zu wenig Wasser führt. Schaden tut ein Biber der Natur übrigens nicht – ganz im Gegenteil. „Er ist der beste Naturschützer, den man sich wünschen kann. Denn auch am Ufer muss manchmal aufgeräumt werden“, freut sich Sattler über den Nager.

Wie es mit den Frankfurter Bibern in den kommenden Jahren weitergeht, das ist sogar für den Biber-Experten Manfred Sattler nur sehr schwer zu sagen. Allerdings ist er guter Hoffnung, dass sich in naher Zukunft nicht nur noch mehr Biber in der Nidda ansiedeln, sondern auch irgendwann fortpflanzen. Bis zu drei Junge bekommt ein Biberweibchen pro Jahr, die bleiben zwei Jahre lang bei ihrere Familie. „Hat es einmal begonnen, so wächst die Population schnell. Zumal der Biber keine natürlichen Feinde hat. Ich bin mir sicher, irgendwann gibt es auch in Frankfurt wieder Biber aus eigener Population“, wünscht sich Sattler.Von Judith Dietermann

Artikel Frankfurter Neue Presse vom 02.02.2015.


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