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17.01.2018

Sportlern vergeht die Lust am Schwimmen in der Titus-Therme

Die TG Römerstadt hat ihre Kooperation mit den Titus-Thermen aufgekündigt, der vergünstigte Eintritt für seine Mitglieder wurde dem Verein zu teuer. Mehr als hundert Schwimmfans traten daraufhin aus.

Schwimmbad und Sauna so oft man möchte – für nur 30 Euro im Monat. Dieses Angebot war bei der TG Römerstadt ein Renner, knapp jeder Vierte war wegen dieses günstigen Zugangs zu den Titus-Thermen Mitglied im Sportverein. Jetzt sind viele gegangen, von über 700 auf rund 600 ist die Mitgliederzahl zum Jahresanfang gefallen. Denn dem Verein wurde die Kooperation mit den Titus-Thermen zu teuer, er stieg zum Jahresende aus. Für mehr als 100 Mitglieder war damit jeder Anreiz weg, dem Verein weiterhin treu zu bleiben.

Der Vorsitzende Werner Naumann nimmt den Verlust recht gelassen hin. „Wir haben zuletzt jeden Monat 500 Euro draufgelegt“, sagt er. Als jetzt die Bäderbetriebe die Pauschale pro Besuch erhöhen wollten, habe er deshalb die Reißleine gezogen. „Das wäre ein horrender Betrag geworden“, sagt Naumann. Auf das Vereinsleben scheint das keinen großen Einfluss zu haben – „die meisten dieser Mitglieder haben ganz individuell nur Schwimmbad und Sauna genutzt“ – und auch der Einnahmenverlust scheint verkraftbar: „Natürlich bekommen wir nun weniger Zuschüsse von der Stadt, auf der anderen Seite sinken aber auch Versicherungskosten“, erklärt der Vorsitzende.





Eine Pauschale bezahlt

Trotzdem ärgert er sich über das Ende der seit 15 Jahren währenden Kooperation zwischen dem Verein und den stadteigenen Bäderbetrieben. Die Preise, die diese aufrufen wollten, sind seiner Meinung nach zu hoch. „Unsere Mitglieder bezahlen eine Monatspauschale zusätzlich zum Vereinsbeitrag. Wir rechnen mit den Bäderbetrieben aber jeden tatsächlichen Besuch ab. Da diese Zahl runtergegangen ist, hatte ich eigentlich mit einer Preissenkung gerechnet“, erklärt Naumann. Stattdessen hätten die Bäderbetriebe pro Besuch zwei Euro mehr haben wollen, also 20 Prozent mehr als bislang. „Das können wir nicht machen.“ Dass die Mitglieder für Schwimmen und Wellness künftig mehr hätten zahlen müssen, wäre seiner Meinung nach nicht durchsetzbar gewesen.

Frank Müller, Chef der Bäderbetriebe, sieht hingegen in anderer Hinsicht keinen Spielraum: „Wir unterstützen die Vereine nach wie vor sehr, sehr gut und auch mit der Erhöhung wäre der Rabatt noch höher gewesen als das, was wir privaten Firmen einräumen.“ Da der Betrieb der insgesamt 13 Frei- und Hallenbäder Jahr für Jahr hohe Verluste einbringt – 2016 waren es rund 25 Millionen Euro –, müsse er schauen, das Defizit zumindest im Rahmen zu halten.

Stadtweit gibt es etwa zwei Dutzend Vereine, die aufgrund mehr oder weniger alter Verträge privilegierten Zugang zu den stadteigenen Bädern haben. Alle haben individuelle Konditionen, wann sie Zutritt zu Wasser und Wellness haben, alle bekommen unterschiedlich hohe Rabatte. Mit vielen sind die Bäderbetriebe deshalb im Gespräch. Auch mit der TSG Nordwest und dem TSV Ginnheim, die ebenfalls Kooperationen mit den Titus-Thermen haben, werde verhandelt, so Müller. „Ich gehe davon aus, dass wir uns einigen. Ich hatte eigentlich auch erwartet, dass wir mit der TG Römerstadt noch eine Lösung finden.“ Der aktuelle Vertrag wäre noch bis zum Sommer gültig gewesen.

Einheitliche Verträge

„Unser Ziel ist es, die vielen Verträge nach und nach zu vereinheitlichen und den Rabatten für Privatfirmen anzupassen“, kündigt Müller an. Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern privilegierten Eintritt in die Titus-Thermen oder ein anderes Bad verschaffen wollen, bekommen sie maximal 40 Prozent Nachlass auf den regulären Eintrittspreis. Statt etwa 11,50 Euro für zwei Stunden Schwimmbad- und Sauna-Nutzung in den Titus-Thermen würden dann also 6,90 Euro fällig.

Der angebotene Tarif für die TG Römerstadt hätte noch darunter gelegen. „Das ist dann noch sehr viel weniger als das, was reguläre Besucher zahlen. Daran sieht man, dass es uns keinesfalls darum geht, uns aus der Förderung der Vereine zurückzuziehen“, versichert Müller.

Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 16.01.2018. Von INGA JANOVIC

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