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03.12.2010

Treffpunkte im Viertel schaffen

Am Mittwochabend gaben die Caritas und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld den offiziellen Startschuss für das Programm Aktive Nachbarschaft in der Heinrich-Lübke-Siedlung. Auf Quartiermanagerin Myriam Lorenzen kommt einiges an Arbeit zu.

Das Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft soll Potenziale wecken, zur Eigeninitiative ermutigen und in Konfliktfällen vermitteln. Letzteres wird Quartiersmanagerin Myriam Lorenzen wohl in den nächsten Wochen häufig im Terminkalender stehen haben. Der Beginn der Sanierungsarbeiten durch die ABG in der Lübke-Siedlung steht kurz bevor und noch immer herrscht bei vielen Anwohnern Sorge und Unwissenheit. Das wurde bei der Präsentation der Umfrage, die Myriam Lorenzen in den vergangenen Monaten in der Siedlung durchgeführt hat, aber vor allem bei der anschließenden Diskussionsrunde der Anwohner deutlich. Viele Bewohner fühlen sich noch immer nicht ausreichend informiert.

«Natürlich wird das immer ein Thema sein. Aber zum Hauptthema der Aktiven Nachbarschaft in der Siedlung will ich es nicht machen», sagte Lorenzen. Tatsächlich hat die Befragung der Anwohner der Quartiermanagerin einige Ansatzpunkte an die Hand gegeben, wo der Schuh drückt.

Begegnungsräume fehlen

Ganz oben auf der Themenliste stehen Konflikte zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, zwischen Alteingesessenen und frisch zugezogenen, fehlende Begegnungsräume und fehlende Einkaufsmöglichkeiten. «Das sind alles Sachen, die wir sehr ernst nehmen und angehen werden», versprach die Quartiersmanagerin.

Die Chancen für positive Veränderungen in der Siedlung schätzt sie als gut ein. «Ich bin hier toll aufgenommen worden. Die Bereitschaft, an der Befragung teilzunehmen war sehr gut», erzählt Lorenzen von den vergangenen Monaten. Diese Nachricht dürfte auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld gefreut haben. «Durch das Programm haben wir die Möglichkeit, ein Zuhause für jedermann zu schaffen», sagte die Sozialdezernentin. Schließlich gehe es bei der Aktiven Nachbarschaft auch darum, dass sich alle Menschen in ihren Stadtteilen zu Hause fühlen.

Tatsächlich sei schon einiges ins Rollen gekommen, verrät Quartiersmanagerin Lorenzen. «Von vielen Bewohnern aller Altersgruppen wurde bemängelt, dass es kaum einen Platz für die Jugendlichen in der Siedlung gibt», sagt die Quartiermanagerin. Abhilfe soll ein Jugendbeteiligungsprojekt in Kooperation mit dem Teenie-Club und dem Kinder- und Jugendbüro der Wicherngemeinde schaffen. Angedacht sei der Bau einer Hütte für und durch die Jugendlichen. Außerdem in Planung sei ein Sprachcafé. «Viele Frauen mit Migrationshintergrund haben den Wunsch nach so etwas geäußert. Dabei können sie ihre Deutschkenntnisse verbessern, anwenden und kommen in Kontakt», erklärt Lorenzen.

Bewohnertreff geplant

Und auch ein regelmäßiger Bewohnertreff in der Begegnungsstätte in der Heinrich-Lübke-Straße 32 ist in Planung. Der soll das erste Mal im Januar kommenden Jahres stattfinden. Bereits vorher soll jedoch noch einmal ein Infoabend zur Sanierung angeboten werden. Das noch Informationsbedarf besteht, daran ließen die Bewohner am Mittwochabend keinen Zweifel.



Von Robin Göckes

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